Mundschleimhautentzündung

Stomatitis-Behandlung

Sie leiden an einer Mundschleimhautentzündung durch Chemotherapie?
So können Sie Nebenwirkungen reduzieren.

Eine Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) kann zahlreiche Ursachen haben: zu heiße oder scharfe Speisen etwa, bakterielle Erreger, mangelhafte Mundhygiene oder mechanische Einflüsse – eine der häufigsten Ursachen ist jedoch die Mundschleimhautentzündung als Nebenwirkung einer Chemotherapie. Bereits in den ersten beiden Wochen der Krebstherapie können Symptome einer Stomatitis auftreten, die dann individuell unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann und teilweise bis zu mehrere Wochen verläuft. Ihre Intensität ist unter anderem abhängig von den bei der Chemotherapie eingesetzten Wirkstoffen. Aber auch andere Onkologika – etwa in Tablettenform – können das Auftreten einer Stomatitis begünstigen.

Leiden auch Sie an einer Schleimhautentzündung nach der Chemo? Es gibt eine ganze Reihe wirksamer Maßnahmen zur Linderung. Unter anderem bietet die Komplementärmedizin bewährte Naturstoffe auf Erfahrungsbasis. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick, wie sich eine Mundschleimhautentzündung nach der Chemotherapie äußert und was Sie gegen Ihre Beschwerden tun können:

Was genau ist eine Stomatitis?

Bei der Stomatitis handelt es sich um die entzündliche Reaktion einer geschädigten Mundschleimhaut. Sie ist häufige Nebenwirkung einer Chemotherapie oder Strahlentherapie. Mundschleimhautentzündungen entstehen, wenn Krebstherapeutika die schnelle Teilung von Zellen herbeiführt – dabei wird nicht nur krankes Gewebe angegriffen, sondern auch gesundes Gewebe wie die Mundschleimhaut in Mitleidenschaft gezogen. Diese entzündlichen Reaktionen beeinträchtigen die Lebensqualität und können weitere gesundheitliche Probleme nach sich ziehen.

Was passiert bei einer Mundschleimhautentzündung?

Etwa eine Woche nach Beginn der Chemotherapie können sich in der Mundhöhle Rötungen, Schwellungen und Blasenbildungen als erste Symptome einer Stomatitis zeigen.

Ende der zweiten Behandlungswoche kommt es oft zu Verletzungen der strapazierten Mundschleimhaut. Es entstehen Geschwüre, die mit der Zeit anwachsen und sehr schmerzhaft sein können.
Außerdem lässt die Speichelsekretion nach. Es kann zu leichten Schluckstörungen kommen, die aber die Nahrungsaufnahme in der Regel nicht beeinträchtigen.

Im weiteren Verlauf der Mundschleimhautentzündung infolge einer Chemotherapie bilden sich auf wunden Stellen der Mundhöhle weiße Beläge aus abgestorbenen Zellen und Eiweiß. Die Nahrungsaufnahme wird nun durch auftretende Schmerzen erheblich behindert. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Blutungen der Geschwüre kommen. Die Nahrungsaufnahme über den Mund ist dann nicht mehr möglich.

Im äußersten Fall zieht eine Mundschleimhautentzündung schwerwiegende Folgeerscheinungen wie Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen oder Herz-Kreislauf-Symptome durch verminderte Flüssigkeitsaufnahme nach sich.

Wie können Krebspatienten einer Mundschleimhautentzündung vorbeugen?

Aus Sicht der Onkologen haben sich folgende Präventionsmaßnahmen bewährt:

• gründliche Mundhygiene mit weicher Zahnbürste und Zahnseide

• mehrmals tägliche Mundspülungen mit Wasser oder physiologischer Kochsalzlösung

• 30-minütige Kältetherapie durch Lutschen von Eiswürfeln 5 Minuten vor Beginn der ersten Infusion empfohlen bei besonders aggressiven Chemotherapeutika

• Vermeidung scharfer und saurer Speisen und Getränke

• Verzicht auf Alkohol und Tabak

Und wenn sich die Stomatitis bereits bemerkbar macht?

Auch bei einer sich schon entwickelnden Mundschleimhautentzündung infolge einer Chemotherapie sollten Sie die beschrieben Maßnahmen zur Vorbeugung fortführen. Sie können positiven Einfluss auf die Intensität und Dauer der beginnenden Stomatitis haben und Ihre Lebensqualität spürbar verbessern.

• Achten Sie darauf, dass Ihre Mundspüllösung keinen Alkohol und andere die Schleimhaut reizende Substanzen enthält.

• In Absprache mit Ihrem Behandlerteam kann der Ersatz von Kortison und Schmerzmitteln empfehlenswert sein.

• Unter Umständen sind Arzneimittel gegen Pilz- und Virenbefall notwendig.

• In besonders schweren Fällen einer Mundschleimhautentzündung während der Chemotherapie ist möglicherweise
die Ausdehnung der Therapieintervalle oder Reduzierung des die Stomatitis auslösenden Wirkstoffs angebracht.

Chemotherapie-Nebenwirkungen reduzieren mit Naturstoffen

Die Komplementärmedizin kennt mehrere bewährte Möglichkeiten, sich bei auftretender Stomatitis die Hilfe aus der Natur zunutze zu machen. Sie können die arzneilichen Maßnahmen während der Chemotherapie begleiten und auf natürliche Weise Nebenwirkungen reduzieren.

Traubenkernextrakt

Mundtee mit Traubenkernextrakt

Eine klinische Untersuchung weist die vorbeugende Wirkung einer Mundspüllösung auf Basis von Traubenkernextrakten nach, die begleitend zur Chemotherapie angewendet wird. In diesem Mundtee sind zumeist auch arzneilich wirksame Pflanzenbestandteile von Salbei, Ringelblumen und anderen Kräutern enthalten.

Arzneitees

Weitere Arzneitees, die ebenfalls Salbei oder Kamille enthalten, haben sich ebenfalls bei der Linderung von Nebenwirkungen einer Chemotherapie bewährt.

Hanföl

Aus der indischen Gesundheitslehre Ayurveda kommt die Ölziehkur zur Mundhygiene, die in Deutschland immer mehr Anhänger findet. Bei Stomatitis empfiehlt sich eine Mischung von kaltgepresstem Hanföl, Nachtkerzenöl, Argan- und Borretschöl. Ihre ungesättigten Omega-3 und γ-Linolensäure wirken in der Mundhöhle entzündungshemmend. Das Öl wird dazu mehrere Minuten im Mund hin- und herbewegt, als würden Sie ihn nach dem Zähneputzen mit Wasser spülen.

Ananasstücke oder Eiswürfel lutschen

Geeiste Fruchtstückchen der Ananas oder Eiswürfel lindern beim Lutschen durch ihren Kältereiz akute Schmerzen. Das können Sie mehrmals täglich wiederholen. Die Ananas verfügt über einen sehr hohen Gehalt an entzündungshemmenden Substanzen wie Bromelain, die direkt auf entzündete Stellen der Mundschleimhaut einwirken können.

Myrrhe-Tinktur

Einige Patienten haben gute Erfahrungen mit Myrrhe-Tinktur gemacht. Allerdings enthält diese Alkohol, der die Mundschleimhaut zusätzlich reizen kann.


Hinweis:

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anleitung zur Selbstdiagnose. Sollten Sie aufgrund einer Chemotherapie unter einer Mundschleimhautentzündung leiden, konsultieren Sie deshalb bitte Ihren behandelnden Arzt.